DLRG Magdeburg e.V.

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 (Historisches - vor 1991) >> 1991 - 2001 

Vor 1991 
(vor der zweiten Wiedererrichtung der DLRG Magdeburg)

Historisches zur Wasserrettung vor 1991 - aus Magdeburger Sicht

1913

5. Juni 1913
Gründungsaufruf zur DLRG durch das amtliche Organ des Deutschen Schwimmverbandes "Deutsche Schwimmer"

19.Oktober 1913
Gründung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft
in Leipzig. Die erste Geschäftsstelle wurde 1914 in Dresden eingerichtet.  

1921 

(Information von DLRG OG Wetzlar - Mai 2007) Hans Frisch vom DLRG-Verband Magdeburg nimmt Anfang Oktober 1921 die ersten Rettungsschwimmabzeichen ab, damals Grund- und Leistungsschein. Die Ausbildung wird am 27.10.1921 abgeschlossen. Im Rahmen einer kleinen Feier, die auch dem Abschied von Hans Frisch dient, wird die DLRG in Wetzlar am gleichen Tag gegründet.

1924-1925

Ende 1924
Auflösung der DLRG aufgrund der Inflation in Deutschland

Januar 1925
Wiedergründung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft
in Berlin und Verlegung der Hauptgeschäftsstelle in die Bülowstraße 18/III nach Berlin W57.
Die DLRG Magdeburg gehörte zum Landesverband "Provinz Sachsen", einer von 27 Landesverbänden.

1926

Ertrinkungszahlen 1926 in Deutschland gemäß DLRG (Stand: Jan. 1929)
6066 Personen rund 600 Kleinkinder unter 5 Jahren.
Es sind 2995 männliche und 557 weibliche Personen ertrunken, 1350 Männer und 1164 Frauen haben durch Ertrinken freiwillig den Tod gesucht.

1928-1929

5. Dezember 1928
Älteste Urkunde, die von der DLRG Magdeburg ausgestellt wurde:
Prüfungsausweis "Bronzeplakette"

Der Sitz der DLRG (Bezirksleitung) Magdeburg war in der Gustav-Adolf-Straße 16 vertreten durch Walter Schütte.

Januar 1929
Aufruf der DLRG (gemäß der 3. Auflage "DLRG: Kleines Handbuch über das Ertrinkender und die Lehre vom Rettungsschwimmen"):

  • "Der Kampf mit dem nassen Tod!
    Bleibt nicht abseits, ...  Lernt schwimmen und retten!
    Unterstützt die Bemühungen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft"

  • Zitat aus dem Vorwort der 3. Auflage:
    "Sollten nicht ... die Länder, die Kommunen, insbesondere die Schulverwaltungen, ..., die Polizei, die privaten Versicherungs-gesellschaften, die öffentlichen Berufsgenossenschaften und das gewaltige Mittel der Aufklärung, die Presse, alles tun, um die Forderung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft zu verwirklichen: baut Bäder, offene und gedeckte, lernt schwimmen, so daß künftig jeder ... ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter sei?"

1930

5. April 1930
Älteste bekannte Mitgliedskarte der DLRG Magdeburg
Sitz des Finanzvorstands der DLRG (Bezirksleitung) Magdeburg war im Sedanring 18.

1933-1945

Eingliederung der D.L.R.G. im September 1933 in das Fachamt V (Schwimmen) im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, später erfolgte eine Umbenennung der D.L.R.Gemeinschaft im Jahr 1938.

Mai 1945 - Auflösung aller Organisationen und Vereine, darunter auch die D.L.R.G, gemäß Alliierten Rechts.

1946-1948

Wiederaufnahme der DLRG-Arbeit im Jahr 1946 in der britischen und amerikanischen Zone.

Mai/Juni 1947
Erste Versammlung in Wiesbaden mit sieben Landesverbänden und Umbenennung in den ursprüngliche Namen "Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft". 

1949-1990

8. Februar 1950
Damalige "Deutsche Sportausschuss" offiziell mit der Bildung eines Wasserrettungsdienstes in der DDR beauftragt.

1953
Übertragung der Wasserrettungsaufgabe an das DRK der DDR

1963
Trainingsgruppe Velten im Stadtbad (Magdeburg, Maxim-Gorki-Straße) entsteht und ist Teil des Wasserrettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuz der DDR (WRD des DRK der DDR) in Magdeburg.
Der Sitz des Wasserrettungsdienstes in Magdeburg befand sich in Leipziger Straße 17.

3. Oktober 1990 - Tag der Wiedervereinigung
Auflösung der Organisationen nach DDR-Recht


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Geschichtliche Entwicklung des Rettungsschwimmens

(Gekürzter Auszug aus dem "Lehrbuch für den DRK-Gesundheitshelfer", Band III "Wasserrettungsdienst"; Lehrmaterial für die Aus- und Weiterbildung der Rettungsschwimmer des DRK der DDR).- 5. Auflage, Bautzen, Mai 1981. Auszug aus Kapitel 1 "Geschichtliche Entwicklung des Rettungsschwimmens"):

>> Im Altertum war das Schwimmen eine selbstverständliche Brauchkunst. Die alten Griechen bezeichneten einen Nichtschwimmer als dummen Menschen. "Er kann weder schwimmen noch lesen." "Es tötet, wer nicht rettet", hieß es bei den Römern. Der weise KONFUZIUS im Fernen Osten lehrte: "Der Retter eines Menschen ist größer als der Bezwinger einer Stadt." 

Die erste Rettungsgesellschaft wurde 1767 in Amsterdam gegründet. Sie nannte sich "Maatschappy Tot Redding van Drenkelingen zu Amsterdam". Zwei Jahre später folgte die Gründung der ersten deutschen Rettungsgesellschaft, "Die hamburgischen Rettungsanstalten". Weitere Vereinigungen zur Rettung Ertrinkender entstanden zur gleichen Zeit in Lille, Wien, Venedig, Kopenhagen 1772, in Paris 1773 und in London 1774. Nach dem Amsterdamer Vorbild wurden an Gefahrenstellen Rettungskästen (Geräte) aufgestellt, um bei Ertrinkungsunfällen Hilfe leisten zu können. 

Der Gedanke, durch Lernen des Schwimmens Ertrinkungsunfälle zu vermeiden, hatte noch nicht Fuß gefasst. Erst Johann Christoph Friedrich GUTS MUTHS erkannte die große Bedeutung des Schwimmens als eine Voraussetzung, Menschen vor dem Tode des Ertrinkens zu schützen. In seinem Buch "Gymnastik für die Jugend" sagt er über das Rettungsschwimmen: 

(GUTS MUTHS, J. Chr. Fr.: Gymnastik für die Jugend, Abschnitt 15 "Baden und Schwimmen". Schnepfenthal 1793, Seite 383): "Unsere Jugend solle schon deshalb zum fleißigen Baden angehalten werden, damit sie das Schwimmen dabey lernte! Es ist eine schöne männliche Fertigkeit, die Stütze unserer Menschenfreundlichkeit in Rettung Verunglückter zu sehen. Was hilft es, am Ufer herum nach Hülfsmitteln rennen zu müssen, anstatt ein Hülfsmittel in uns selbst zu finden." 

GUTS MUTHS blieb nicht nur bei theoretischen Erläuterungen, sondern führte praktische Übungen im Rettungsschwimmen durch. So finden sich in seinen Schriften Anleitungen für das Schwimmen in Kleidern, für das Tief- und Streckentauchen sowie Griffe, um Ertrinkende oder Ermattete sicher ans Ufer zu bringen. 

1850 setzte sich das Gedankengut der Wasserrettung überall durch. Die öffentliche Meinung stand den Fragen des Rettungsschwimmens aufgeschlossen gegenüber. Die über ganz England verbreitete Rettungsgesellschaft "Royal Human Society" war in der Folgezeit bestimmend für die Weiterentwicklung des Rettungswesens. So bekannte Männer wir Dr. MARSHALL-HALL, Dr. SILVESTER, Dr. HOWARD sahen es als eine Ehre an, in der Royal Human Society ihre Widerbelebungsmethoden zu lehren. 

Große Verdienste erwarb sich die französische Rettungsgesellschaft durch ihre Bemühungen um eine internationale Zusammenarbeit der Rettungsgesellschaften. So fand bereits im Jahre 1870 in Marseille der 1. Weltkongress der Wasserrettungsgesellschaften statt. Nach dem Vorbild des "Internationalen Roten Kreuzes" wollte der Begründer der französischen Rettungsgesellschaft, Raymond PITET, einen Verband aller Rettungsgesellschaften bilden. Kurz vor der Jahrhundertwende, 1898, entstanden die schwedische Rettungsgesellschaft sowie die Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine von Berlin und Umgebung. 

Etwa um 1850 wurde auch die Forderung nach einer Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger laut. Trotz des Versuches der Behörden, durch Licht- und Wegesignale, Warner vor Untiefen, Feuertürme, Backen, Tonnen und Bojen sowie Leuchtschiffe Unfälle zu verhindern, gelang es nicht, die Unfälle erheblich einzuschränken. Bemerkenswert ist, dass der Ruf nach einer Rettungsgesellschaft von Privatleuten kam. Der Staat sowie die Schiffseigner unternahmen nichts, die Gründung einer Gesellschaft voranzutreiben. Erst zwei Schiffskatastrophen mit einer großen Anzahl von Todesopfern gaben den Anlass zur Bildung einer Gesellschaft für die Rettung Schiffbrüchiger. 

1913 erfolgte die Gründung der "Deutschen Lebensrettungsgesellschaft" (DLRG). Der erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 hemmte jedoch die Weiterentwicklung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. 1925 konnte in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schwimmverband und der Deutschen Turnerschaft die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft erneut ins Leben gerufen werden. 

Schon vor der Gründung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft erkannte der Arbeiterschwimmverband die Notwendigkeit der Ausbildung von Rettungsschwimmern. Vom "Arbeiterwasserrettungsdienst" (AWRD) wurde viele Jahre die Hauptarbeit im Wasserrettungswesen geleistet. So errichtete der AWRD bis 1932 816 Rettungsstationen. Von 1928 bis 1932 waren 4470 Lebensrettungen zu verzeichnen. Der AWRD leistete nicht nur gute Arbeit bei der Rettung von Menschenleben, sondern trat auch politisch aktiv in Erscheinung. Dass seine politische Arbeit gleichfalls gut war, lässt sich daraus entnehmen, dass der AWRD 1933 als Organisation verboten wurde. ...

1933 erfolgte die Eingliederung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft in den faschistischen (nationalsozialistischen) Staat. Damit wurde sie zum Hort der Reaktion. Zu ihren Führern wurden führende Nazis berufen. So war z. B. der Schirmherr der DLRG, Herzog Karl-Eduard von Coburg, Obergruppenführer und General der Infanterie und der DLRG-Führer, Franz Breithaupt, SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS. Selbstverständlich bestimmten die nationalsozialisitischen Führer auch die Ziele der DLRG. Ein Ausspruch des SS-Generals Breithaupt beweist dies eindringlich. In seinem Vortrag "Die DLRG als Arbeitsgemeinschaft im nationalsozialistischen Volksstaat" stellte er fest: "Wir haben uns hier im Geiste des Nationalsozialismus zusammengefunden, und das bindet mehr als Pech und Schwefel." Der Name DLRG wurde missbraucht, um die Kriegsvorbereitungen Hitlers zu verschleiern. 

Am 8. Februar 1950 wurde der damalige "Deutsche Sportausschuss" offiziell mit der Bildung eines Wasserrettungsdienstes beauftragt. Nach anfänglich guter Arbeit stellte sich jedoch heraus, dass sich die Aufgaben des Wasserrettungsdienstes zu sehr von denen der demokratischen Sportbewegung abgrenzten. In Erkenntnis der Wichtigkeit des Wasserrettungsdienstes für die Sicherheit der Bevölkerung erfolgte die Eingliederung des Wasserrettungsdienstes als Spezialeinheit in das Deutsche Rote Kreuz der Deutschen Demokratischen Republik (WRD des DRKs der DDR). Im Laufe der vergangenen Jahre ist der Wasserrettungsdienst zu einer notwendigen Spezialeinheit geworden und konnte durch selbstlosen Einsatz viele Menschen vor dem Tode des Ertrinkens bewahren. Wie seit dem Bestehen des Wasserrettungsdienstes, so wird es auch in Zukunft die vornehmste Aufgabe aller Rettungsschwimmer sein, ihre ganze Kraft für die Erhaltung von Leben und Gesundheit unserer Menschen einzusetzen und dafür Sorge zu tragen, dass ein Missbrauch des Wasserrettungsdienstes im politischem Sinne nie mehr eintreten kann. ... <<

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Mit dem 3. Oktober 1990 (Tag der deutschen Einheit) wurden alle Massenorganisationen nach DDR-Recht aufgelöst, darunter auch der Wasserrettungsdienst des DRKs der DDR. 

Danach wurden in der Stadt Magdeburg, 
- der DLRG Bezirksverband Magdeburg (seit 2003: DLRG Ortsgruppe Magdeburg) und
- die Kreiswasserwacht Magdeburg (seit 1996: Wasserwacht Magdeburg)
gegründet. 

Viele ehemalige Mitglieder des WRD des DRK der DDR sind in einer der beiden Wasserrettungsorganisation eingetreten und besitzen z.T. die doppelte Mitgliedschaft. 

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Kurzinformationen zusammengestellt von Sven Ritterbusch.
(Mitglied im WRD ders DRK der DDR - seit Mai 1982 bis Oktober 1990, dann Mitglied der DLRG seit November 1991:)

  
Letzte Änderung: 30.12.2011 | 14:08  

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